Cannondale FlyingV

2 Modelle

Das FlyingV ist Cannondales Antwort auf die Frage, warum urbane E-Bikes eigentlich immer schwerer werden. Rahmen, Gabel und sogar die Schutzbleche bestehen aus Carbon, angetrieben wird es über einen wartungsarmen Riemen statt über eine Kette — kein Ölen, kein Klappern, einfach leise durch die Stadt. Die V-förmige Rahmenform stammt von Cannondale-Mountainbikes aus den Neunzigern und bringt einen tief abfallenden Einstieg mit; ein Rad, nach dem man sich umdreht. Es gibt das FlyingV in zwei Ausstattungsstufen, die sich vor allem in der Schaltung unterscheiden.

FlyingV 1 oder FlyingV 2 — was unterscheidet die beiden?

Rahmen, Gabel, Motor, Akku, Bremsen, Beleuchtung und Gepäckträger sind bei beiden Modellen identisch — das Fahrgefühl ist also dasselbe. Der Unterschied liegt in der Schaltung und in der Bedienung.

Das FlyingV 1 schaltet elektronisch: Die Getriebenabe wird per Knopfdruck angesteuert statt über einen Zug — ein kurzes Tippen am Lenker, mehr nicht. Dazu kommt eine Displayeinheit mit Fernbedienung am Lenker und eine bereits montierte Universal-Handyhalterung.

Das FlyingV 2 schaltet mechanisch über einen Trigger am Lenker und zeigt den Status über eine einfache LED-Anzeige. Die Handyhalterung ist nicht enthalten, die Aufnahme dafür sitzt aber ebenfalls im Vorbau.

Wer den Aufpreis für das FlyingV 1 sinnvoll findet, entscheidet sich praktisch für zwei Dinge: Schalten ohne Kraftaufwand und mehr Anzeige am Lenker. Fahrverhalten und Reichweite sind bei beiden gleich.

MerkmalFlyingV 1FlyingV 2
Schaltungelektronische Getriebenabemechanische Getriebenabe
BedienungDisplayeinheit mit Lenker-FernbedienungLED-Anzeige
HandyhalterungmontiertAufnahme vorhanden, Halterung separat
Reifentubeless-vorbereitetStandardbereifung
FarbenSilberTungsten Blue, Tiger Eye

Das FlyingV im Video

Cannondale erklärt im eigenen Video, wie Rahmen und Antrieb des FlyingV aufgebaut sind — sehenswert, wenn Du wissen willst, was in diesem Rad steckt. Was uns im Verkauf darüber hinaus auffällt, steht weiter unten.

Was das FlyingV ausmacht

Carbon bis zum Schutzblech

Rahmen und Gabel des FlyingV bestehen vollständig aus Carbon. Ungewöhnlich ist, dass Cannondale das bis zu den Schutzblechen durchgezogen hat — auch die sind aus gepresstem Carbon gefertigt und wurden zusammen mit dem Rahmen entwickelt. Der praktische Effekt ist weniger das Gewicht als die Ruhe: Carbonschutzbleche klappern nicht. Wo Kunststoffschutzbleche über Kopfsteinpflaster hörbar arbeiten, rollt das FlyingV einfach leise weiter.

Die V-Form

Die Rahmenform greift ein Cannondale-Motiv aus den Neunzigern auf, das damals im Mountainbike-Bereich entstand. Sie sieht nicht nur ungewöhnlich aus, sie erfüllt auch drei Zwecke: Das abfallende Oberrohr senkt die Höhe, über die Du beim Aufsteigen musst, die Dreiecksstruktur bringt Steifigkeit bei geringem Gewicht, und zwischen den Rohren bleibt Platz für breite Reifen.

Antrieb und Wartung

Das FlyingV fährt mit Riemen statt Kette und mit einer Getriebenabe statt einer Kettenschaltung. Das bedeutet: kein Ölen, keine schmutzige Hose, kein verschlissenes Schaltwerk — und an der Ampel schaltest Du entspannt im Stand in den Anfahrgang. Die Getriebenabe wiegt mehr als eine vergleichbare Kettenschaltung und lässt sich nicht so fein abstufen — für den Stadtbetrieb, für den das Rad gebaut ist, ist das der bessere Tausch. Einen Überblick über alle E-Bikes mit Riemenantrieb im Sortiment gibt der Antriebsart-Filter.

Alltagsdetails

Der Gepäckträger ist in die Rahmenkonstruktion eingeplant und sitzt weiter hinten als üblich, damit die Fersen beim Treten nicht an montierte Packtaschen stoßen — ein Detail, das man erst bemerkt, wenn es woanders fehlt. Im Vorbau sitzt eine Aufnahme für Smartphone-Halterungen, dazu ein NFC-Tag, das die Cannondale-App startet, sobald das Telefon in die Nähe kommt. Im Rahmen ist außerdem ein verdeckter Platz für einen Bluetooth-Tracker vorgesehen — wer sein Rad orten können will, muss den Tracker nicht sichtbar ankleben.

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Unsere Einschätzung aus der Fachhändler-Praxis

Das FlyingV ist ein ausgesprochen spezialisiertes Rad — und wer das vorher weiß, ist damit sehr zufrieden. Deshalb steht hier ehrlich, wofür es gebaut ist und wofür nicht.

Wofür es gebaut ist: tägliche Stadtstrecken und Pendelwege, bei denen Gewicht und Wartungsaufwand zählen. Riemen und Getriebenabe machen es zu einem der pflegeleichtesten E-Bikes, die wir führen — aufsteigen, fahren, abstellen, fertig. Und es ist eines der wenigen Räder, bei denen Kunden im Laden stehenbleiben, weil es anders aussieht als alles daneben.

Was Du vor dem Kauf wissen solltest — damit Du das richtige Rad wählst, und zwar in dieser Reihenfolge:

Der Akku lässt sich nicht herausnehmen. Cannondale hat sich bewusst dagegen entschieden, weil eine Akkuklappe im Unterrohr rund ein Kilo zusätzliches Gewicht bedeutet hätte. Geladen wird also am Rad. Wer im dritten Stock ohne Aufzug wohnt und keinen Stromanschluss im Keller oder Fahrradraum hat, sollte das ernst nehmen — das Rad ist zwar leicht für ein E-Bike, aber täglich Treppen tragen will niemand. Optional lässt sich ein zusätzlicher Akku als Range Extender nachrüsten.

Der Gepäckträger ist nicht austauschbar. Der Rahmen hat keine üblichen Anlötösen, und Träger und Schutzbleche sind konstruktiv aufeinander abgestimmt. Von einem Sattelstützen-Träger am Carbonrahmen raten wir ebenfalls ab. Der verbaute Träger trägt genug für Einkauf und Pendelgepäck, aber wer regelmäßig schwer lädt oder Kindersitz und Anhänger plant, ist mit dem Tesoro oder dem Mavaro besser bedient. Cannondale sagt das im eigenen Produktleitfaden übrigens genauso.

Die Reifenbreite ist nach oben begrenzt. Die Schutzbleche sind auf die montierte Reifengröße zugeschnitten, breiter geht nicht. Für Asphalt und Stadtuntergrund reicht das; für Schotterstrecken ist das FlyingV nicht das richtige Rad.

Und: Es gibt keine Variante mit tiefem Durchstieg. Die V-Form senkt den Einstieg spürbar, aber sie ersetzt keinen Tiefeinsteigerrahmen. Wer einen echten Durchstieg braucht, findet den bei Tesoro und Mavaro.

Kurz: Wenn Du ein leichtes, wartungsarmes Stadtrad suchst und mit einem festen Akku leben kannst, ist das FlyingV eine der besten Optionen am Markt — ein Rad, auf das Du Dich morgens freust. Wenn Du Transport, Trekking oder tiefen Einstieg brauchst, nimm ein anderes Cannondale.

Alle Modellfamilien der Marke zeigt die Übersicht Cannondale E-Bikes.

FAQ

Häufige Fragen zum Cannondale FlyingV

Was unterscheidet FlyingV 1 und FlyingV 2?

Rahmen, Gabel, Motor, Akku, Bremsen und Ausstattung sind identisch. Das FlyingV 1 hat eine elektronisch geschaltete Getriebenabe, eine Displayeinheit mit Fernbedienung am Lenker und eine montierte Smartphone-Halterung. Das FlyingV 2 schaltet mechanisch über einen Trigger und zeigt den Status über eine LED-Anzeige.

Lässt sich der Akku des FlyingV herausnehmen?

Nein. Der Akku ist fest im Unterrohr verbaut, geladen wird am Rad. Cannondale hat sich bewusst dagegen entschieden, weil eine Akkuklappe den Rahmen deutlich schwerer gemacht hätte. Wer eine Lademöglichkeit nur in der Wohnung hat, sollte das vor dem Kauf berücksichtigen. Ein zusätzlicher Akku lässt sich als Range Extender nachrüsten.

Kann ich am FlyingV einen anderen Gepäckträger montieren?

Nein. Der Rahmen hat keine üblichen Anlötösen, und der verbaute Träger ist konstruktiv auf die Carbon-Schutzbleche abgestimmt. Auch von einem Sattelstützen-Gepäckträger am Carbonrahmen ist abzuraten. Wer mehr Transportkapazität braucht, ist mit dem Cannondale Tesoro oder Mavaro besser beraten.

Warum hat das FlyingV einen Riemen statt einer Kette?

Ein Zahnriemen muss nicht geölt werden, verschmutzt die Kleidung nicht und hält deutlich länger als eine Kette. In Verbindung mit der Getriebenabe entfällt außerdem das Schaltwerk. Das Ergebnis ist ein Antrieb, der im Stadtbetrieb kaum Wartung braucht und auch im Stand an der Ampel geschaltet werden kann.

Wie weit komme ich mit einem FlyingV?

Das hängt stark von der gewählten Unterstützungsstufe ab, dazu von Gewicht, Streckenprofil, Temperatur und Reifendruck. Zwischen höchster und niedrigster Stufe liegt beim FlyingV mehr als das Doppelte an Reichweite. Die genaue Spanne steht auf der jeweiligen Produktseite. Für längere Touren lässt sich ein Range Extender ergänzen.

Gibt es das FlyingV als Tiefeinsteiger?

Nein. Die V-förmige Rahmenkonstruktion hat ein tief abfallendes Oberrohr und senkt damit die Höhe, über die beim Aufsteigen gestiegen werden muss. Ein echter Durchstiegsrahmen ist das aber nicht. Wer einen Tiefeinsteiger sucht, findet ihn bei den Cannondale-Modellen Tesoro und Mavaro.

Ist das FlyingV für Schotter oder Feldwege geeignet?

Es ist für Asphalt und städtischen Untergrund gebaut. Die Reifenbreite ist durch die eng anliegenden Carbon-Schutzbleche nach oben begrenzt, eine Federung hat das Rad nicht. Für gemischte Untergründe sind Gravel- oder Trekkingmodelle die passendere Wahl.